Autofahrer-Softskillz für nach der Revolution

Denn dass das alles jetzt schon was wird, daran hab ich so meine Zweifel.
#1 Nicht an der Ampel stehend Autoscheiben mit dem Reinigungszeug aus den Düsen bespritzen und dann auf höchstem Scheibenwischergang die Windschutzscheibe wischen. Weil: Die ebenso aufs Grün wartende Fahrradfahrer_in daneben würde sich gerne selber aussuchen, wann sie duscht. Mit Seife und allem.

Ep‘au naturale.

Ich brauche keine Mittelchen zum Fahrradfahren. Das ist mir heute früh endgültig klar geworden. Denn was haut mehr rein als jeder zweite, dritte, vierte Kaffee am Morgen? Rischtisch: Jeden Tag in Berlin fast von irgendwelchen Autos umgenietet werden, yay! Danach hab ich eine Herz- und Trittfrequenz, dass ich nur so durch die Straßen fliege! Und dieses Gefühl von Nahtoderlebnis, unglaublich schön! Danke an alle, die beim Abbiegen und Überholen einfach nicht schauen, wessen Spuren sie gerade kreuzen. You make my day. Rachegelüste? Ach wo!


Hinweis

Da anscheinend viele Menschen dieses Weblog finden, nachdem sie eine Suchmaschine befragt haben was „die Antwort auf ‚nice to meet you‘ “ ist, hier mein ehrenamtlicher Weltverbesserungsvorschlag dazu: „Nice to meet you, too!“
Was hattet ihr denn gedacht? Einfach mal nicht ernst nehmen, was derdiedas Gegenüber sagt?? „Ähh, did you really mean that?“, oder „I thought you‘d hate me, even though I don‘t know you at all“ zurücksagen? Pfff. Be nice, besser als alles andere. Auch wenn die Deitschen auf solcherlei „amerikanische Oberflächlichkeit“ ja gerne abschätzend herabschauen.

Nerd it.

Thanks to Strawberry, bin ich mal wieder in einer Internetvideoschleife gefangen. AY!


Von dort auch der Link zu ganz hervorragendem neuen Pope-Content: Ratzinger spielt Disko-Hits am Klavier.

ratzinger

Alternativen:



Was und alle verbindet

Der Wunsch nach Trockenheit, ja, am liebsten wären wir eine Wüste, nicht wahr? Über Umwege vor Monaten schon Sibylle Berg’s Twitter gefunden, dort dies. Rapiden Klimawandel für unsere Körper, bitte! Keine Überschwemmungen mehr, unsere Unterhosen sind bedroht wie Kleininseln im Pazifik! Nebst solch lächelnd daher kommender Peinlichkeitsproduktion erinnert Berg auch an Ehrhart Körtings Ersten-Mai-Knaller, der mich wiederum erinnert, lange unfertige Sätze dazu fertig zu schreiben und auf Aktuelles zu erweitern. Here we go.

Während sich die Kommentarseiten der Republik in den ersten Maiwochen on- und offline über den Berliner ersten Mai erbrachen und ihren Maßregelungsphantasien, gern auch mit Bezugnahme auf die Finanzkrise, freien Lauf ließen (hier zB), war Berlins Innensenator Körting fast schon wieder raus aus dem Schneider. Er hatte sich ja entschuldigt. Er wollte ja nur auf verwerfliche Gruppendynamiken hinweisen, als er die 1. Mai-Szenen in Kreuzberg mit einer Gruppenvergewaltigung verglich. Nun stimmen alle wieder überein, fein war’s net, des Analogum, aber Recht hat er doch gehabt, der Ehrhart, so rein moralisch, und moralisch ist ja bekanntermaßen wieder hipper, heute. Da kann man auch schonmal die arme schwache Frau herbeizitieren, die von edlen breiten Schultern vor schrecklichen Rohlingen geschützt werden muss. Und jegliche Fakten über wie und wo sexuelle Gewalt geschieht und was ein sinniger Umgang damit ist, ausblenden. Zeitreise for free! So fragte dann auch ein SPD-Sprecher, auf eine mögliche Entschuldigung Körtings angesprochen, in gar hundewelpiger Manier zurück: „Bei wem soll er sich entschuldigen – bei den Autonomen?“ Auch da Einigkeit, autonom heißt per se gewalttätig, heißt am besten hinter Schloss und Riegel, und nachdem die Straßen dann sauber gefegt sind, ist endlich wieder alles gut. Ansonsten entschuldigen, gar zurücktreten? Ah, non! Big man was misunderstood!
Genauso wie der andere Sozialdemokrat Sarrazin, der vor ein paar Wochen im Blatt der Schönen und Reichen der Unterschicht mal eben so seine umfassende Abneigung bekundete, remember? Was in anderen Ländern zweifelslos fristloser Kündigungsgrund gewesen wäre, führt hier nur zum „Zuständigkeitsverlust des Prestige-Portfolios Bargeld“ im Bundesbankjob (siehe) und zu erhöhter Geschäftigkeit bei Meinungsforschungsinstituten, die herausfanden, dass die Mehrheit der Deutschen ja doch hinter dem lieben Thilo seine „harten Wahrheiten“ steht. Buschkowsky nickt und weiss es als Neuköllns authentischer Superbürgermeister eh am besten. Urmila zeichnet auf, wie Sarrazins rassistisches Gedankengut Vorlage für neue so genannte „Integrationsdebatten“ sind. Die NPD Sachsen hat der Bundesregierung übrigens vorgeschlagen, Sarrazin zum neuen „Ausländerbeauftragten“ zu machen. Wie passend.

PS: November = Good Post Secret reading time!

PPS: Lysis ist jetzt Jiří und verlinkt Passendes.

HÄ?

Ich fühle mich wie beim Tod John F. Kennedys“. Ja, wie fühlte sie sich da wohl, fünf Jahre, bevor sie geboren wurde, im November ’63, die Celine?

First Amendtment

Den hat er doch selber geschrieben, oder? Bei diesem Welt-Artikel fehlt die Autorenangabe in der Kopfzeile, aber eigentlich geht es, wenn auch in dritter Person, die ganze Zeit nur um ihn selbst: Gerhard Amendt, seines Zeichens Soziologieprof in Bremen und beliebter Autorenheld der deutsch-deutschen Männerrechtsbewegung sowie auch junger Fundi-Christen in ihrem Bestreben, nicht-heterosexuelle Beziehungen aller Art zu diskreditieren. Schließlich hat er ja viel gelesen, der Gerhard, und hat stets objektivitätsverbürgende „internationale Studien“ zur Hand, die seine Thesen irgendwie belegen. Wie schön. Heisst aber nicht, dass er deswegen Recht hat. Nur, dass er ein Rechter ist, vielleicht. Aber Halt, bevor mir an dieser Stelle gleich wieder feministisch-gewalttätige Unsachlichkeit vorgeworfen werden kann, eine kurze Synopsis des Artikels (in etwa): „Frauenhäuser sind total passé weil sie keine Familientherapieeinrichtungen sind, weil sie nur Frauen Unterstützung anbieten und diese damit in einer Opferrolle drücken, weil sie Hass auf Männer schüren, weil Frauen genauso gewalttätig sind wie Männer (und eigentlich noch viel schlimmer), weil sie durch unprofessionelle und narzisstische Personen mit kollektiv-illegitimen Ansichten geleitet werden“. So ungefähr.
Ayi, da schlackern Ms. Yeahpope die Ohren, vor allem wenn Amendt schreibt, wie das Bremer Frauenhaus seine Existenz im Endeffekt allein ihm zu verdanken hat. Nicht, dass es da schon über Jahre Lobbying feministischer Gruppen gegeben hätte, nein, nein. Er war es, der die Stadt vom Sinn der „Laienselbsthilfe“ überzeugt hat. Danke Gerhard. Was wäre die Welt ohne dich. Doch jetzt ist sie so undankbar geworden, und dominiert von ganz fiesen Radikalfeministimmen. Da muss der Papi die Kleinen jetzt aber mal so richtig zur Ordnung rufen!
Dabei schreibt doch die Welt vor zwei Monaten noch in ganz andere Tönen. Doch Amendt behauptet anhand seiner dubiosen „internationalen Studien“, dass Frauen genauso gewalttätig sind wie Männer und deswegen alle gesellschaftlichen Analysen, die Frauen als primäre Opfer männlicher Gewalt sehen, verkürzt sind. Weil eben auch Männer von Frauen Gewalt erfahren. Ergo sind alle Strukturen, die Frauen Unterstützung anbieten illegitim, old school sozusagen. Keine Frage, Gewalt ist ein gesamtgesellschaftliches Problem, es gibt nicht nur Frauen misshandelnde Männer, sondern allerlei andere Situationen, in denen sich alle möglichen Leute die Köppe einschlagen. Aber komisch, trotzdem sind es immer noch verdammt viele Frauen, die mit Veilchen und blauen Flecken am Körper rumlaufen und, darauf angesprochen, genau in den im zweiten Welt-Artikel genannten Ausweichstrategien antworten. Und hey, wie war das nochmal mit Vergewaltigungen und anderen Grenzüberschreitungen? Gibt es da etwa auch internationale Studien, dass auf einmal genauso viele Frauen Männer vergewaltigen wie vice versa? Hm?
Frauenhäuser unterstützen Frauen, die Gewalt erfahren haben und bieten ihnen einen sicheren Ort, um einen guten Umgang mit der Situation zu finden. Wenn es nötig ist, Frauen in rechtlichen Angelegenheiten zu unterstützen, dann wird das dort auch geschehen. Aber ein gerichtliches Verfahren gegen eine Ex-Beziehung unterstützen, einer Frau helfen, aus einer verquasten familiären Situation rauszukommen, das ist doch kein „Hass schüren“. Und es ist doch auch jenes gerade nicht, wenn darauf hingewiesen wird, dass es in dieser Gesellschaft sehr oft Frauen sind, die Opfer „häuslicher Gewalt“ werden. Wer daraus den Schluss zieht, allen Männern werde per se Gewalttätigkeit vorgeworfen, der hat nicht verstanden, dass es wenn, dann um Männlichkeitskonzepte, nicht um Männer an sich geht. Und ehrlich, ich weiss ja nicht, wie Amendt zu der Behauptung kommt, dass in Frauenhäusern nur unprofessionelle Leute arbeiten, „Laien“, wie er sagt. Sozialarbeiter_innen haben eine Ausbildung hinter sich, womöglich an der Bremer Uni, an der er selber arbeitet. Und dass es nicht immer höchstes Ziel sein kann, die Familie wieder zum „miteinander Reden“ zu bringen, wie es sich Amendt wünscht, sondern auch bei individuellen Neustarts zu helfen, das sollte heute doch auch ein bisschen selbstverständlich sein. Familie um jeden Preis, das ist echt old school.

The News

Hatte ich schonmal drauf hingewiesen? Kann mich gerade nicht erinnern. Aber gerne auch nochmal: eine hervorragende Homevideo-Newsshow gibt es bei Gnooze, moderiert von der sehr lustigen Marta Costello. Gefällt mir um Meilen besser als Jon Stewart oder der neue deutsche Daily Show-Verschnitt „Heute Show“ mit Oliver Welke. Wegen Costellos GWBush-Interpretation bin ich gar noch etwas traurig, dass es nun einen anderen US-Staatschef gibt und der alte aus dem Rampenlicht verschwunden ist. So ganz im Gegensatz zu Irans Ahmadinejad, der auch gern thematisiert wird. Ich empfehle, nebst neuen auch die Beiträge aus dem letzen Jahr mal anzuschauen. Hier einer vom Februar.

Aus, vorbei.

Bis vor Kurzem mochte ich ihn noch, den W-Lan-Techniker der externen Firma, die hin und wieder mal in meinem Büro arbeiten muss. War immer ganz offen und freundlich im Erklären irgendwelcher technischer Details. Doch dann kam er vor zwei Tagen mit seinem Chef reingerockert und begrüßte mich mit „Ach, alles ist gut, die schönen Frauen sind auch schon da“. Fast hätte ich ihm meine Hand, die er dabei schüttelte, ganz schnell entrissen, einen blutigen Tampon an die Wand geschleudert und zuckersüß zurückgerufen „Ich freue mich auch, dass Sie da sind!“. Leider versagte in diesem Moment spontanreaktion.exe . Was folgte war, dass die zwei Topchecker-Techniker weit gestikulierend und laut dauertelefonierend einen ganzen Tag meinen Arbeitsplatz in Beschlag nahmen. Irgendwann bekam ich zumindest den Schreibtischstuhl wieder. Sicherlich war’s nett gemeint, der dumme schöne Frauen-Kommentar. Aber solcherlei Nettigkeiten will ich nicht hören, da sie unsachlich und ja, einfach sexistisch sind. Stellt euch vor, ich würde in ein Büro kommen und zur Begrüßung ausrufen „Oh gut, die schönen Männer sind auch schon da!“– Peinliche Berührtheit wäre die Folge, ich bin mir sicher.

Schatzkarte

Schaut’s her, bei Visual Complexity ist eine interessante Web-Karte von Information Architects Japan abgebildet. Ganz fesch, so Größenverhältnisse und Netzwerke per U-Bahnplan in schicki Farben abbilden. Doch irgendwie wurde ich stutzig, als ich mich da durchscrollte. Bei vielen Domains und Unternehmen sind auch die prägenden Personen bzw. Besitzer dazu abgebildet, und ratet mal, wie viele Frauen (übrigens mit Rock markiert, oh je) darunter zu finden sind? Zwei, wenn ich mich nicht verzählt habe. Ja ja, gähn, langweilig, immer danach suchen und dran rumnörgeln, hat sie denn nix anderes zu tun? Doch.
Aber komisch find ich es trotzdem, dass die Welt davon redet wie das Internet so ein großes Potenzial für neue Gender-Konzeptionen und Lebensentwürfe bietet*, die Besitzerstruktur der ganzen tollen Internetfirmen aber weiterhin fast ausschließlich eine Herrenrunde ist. Auch wenn die heute wahrscheinlich eher Fleece als Frack tragen.

* Disku u.a. hier

Haribotütchen

Süß wie Fantasia oder Goldbären schmecken, klingt es, wenn zum, ey, echt voll heftigen Anti-Abtreibungsklinik-Aufdeckervideo einer ey, echt voll investigativen Anti-Abtreibungs-Filmemacherin aus Kalifornien der Neunziger-Hit „Big big girl in a big big world“ gesampelt wird (hier ze Original). Wäre das Thema nicht so bekloppt und paternalisierend, ich hätte fast gelacht. Le Mädchenblog hat die Bilder und Facts.

OK2

Ab jetzt keine eigenen Arial-Formatierungen in hiesigen Ausrufen mehr. Mehr Postings, weniger Htmlgefrickel. Ha!

OK!

Ich versteh’s ja, dass ihr vielleicht nicht erwartet, auf der euch so angestammten großen Straße Richtung Südstern eine Radfahrerin auf der Fahrbahn zu sehen. Aber trotzdem ist das kein guter Grund, mit eurer schicken Blechkiste aus der Seitenstraße in den fließenden Verkehr und damit in mich reinzufahren. Nur lautes Schreien konnte die Autofahrerin gerade noch anregen, aufs Bremspedal zu tippen, nachdem ich ihr schon drei Meter nach links ausgewichen war und sie immer noch nicht stoppte. Dann wildes Gestikulieren und Hupen ihrerseits à la „meine Straße!“, garniert mit extra engem Überholen danach. Aber jetzt kommt mir bloß nicht mit Frau am Steuer, denn danach fühlte sich der Autofahrermob aller Geschlechter endlich mal wieder freigestellt, auch rumzuhupen und -pöbeln: Drei weitere Autos passierten mich in den nächsten Sekunden mit Getröt und Geblök via extra geöffnetem Seitenfenster. Scheisse, Leute, ihr habt echt alle nicht in der Fahrschule aufgepasst oder die Updates mitbekommen. Die allgemeine Radwegbenutzungspflicht gilt seit zwölf Jahren nicht mehr. Und so ein blaues Schild, was mich dazu verpflichtet, auf der Hasenheide auf dem Radweg zu fahren, das gibt es da einfach nicht. Also, learn to share your lanes, Auto-Zuckerherzchen! Und ein bisschen weniger aggro sein tut auch gut.

Herrentag

Was wohl geschähe, wenn sich am 8. März oder am Muttertag Frauen kollektiv die Hucke vollsoffen und grölend durch die Welt radelten? Dann noch laut über Weltpolitik stritten, um in Folge sich heulend in die Arme zu fallen, ja – wenn wir nur susammenhaltenisallesnichsoschlimm! Es wäre ein Eklat, und Tagesschau wie Polizei würde bald nach Drahtzieherinnen der Unsittlichkeit fahnden. Heute aber: alles normal. Sollnse mal machen, die Herren der Schöpfung. „Keine Aufruhr, höhö.“
Generell fordere ich übrigens, das stümperhafte Trommeln auf Djembes in der Öffenlichkeit sollte ebenso unterlassen werden wie der Herrentag. Proberäume sind eine hervorragende Einrichtung. Leider proben da stets nur die, die’s auch schon ein wenig können. Arr!
/sarcasm off.

Calling Michael Jackson

Dear Michael, i wouldn‘t usually ask you for favors, but will you please sue these crazy people for breach of copy rights of your admittedly cheesy „We are the world“? Unless those „too late to pray“ haters are just one good parody, but i highly doubt that. Cheerio – Ms. Pope.

Ms. Pope präsentiert Superhit

Julzen vom Ruby Tuesday Girls Rock Camp hat Recherchen betrieben. Musikmagazincover. The times they are a-changin‘? No way.
Sing along, baby, it’s simple:

„Chicas, put on yer ballerinas,!
adore‘em playin‘ distortion guitars !
adore‘em nerdy synthie stars!
ohhh [with fervor] you just can‘t get enough of these canned foods!
ohhh [fervently again] the world loves dudes, dudes, dudes!
[repeat last two lines until all subtlety has vanished, it won‘t take long]

Lyrics (c) Ms. Pope 2009.
To be released on a future rock compilation that no one will ever know.

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Random section am Ende: Lesenswert, nachdenkenwert, Felix Salmons zehn Thesen, warum Blogs in Deutschland nicht funktionieren.

Ladevorgang abgeschlossen

Wieder sitzt die gemeine Bürokraft. Und seufzt, über die Bürodächer hinweg, was von „Ach, jetzt am See.“ Wieder wendet sie sich von der Arbeit ab und surft (gewitzt, wa!) ihre Blogdarlings an. Es führt der Weg sie bei Twisty vorbei, wo sie in der Unterkategorie „The Poetical Blamer“ dieses Video findet. Wenn auch noch keinen Feierabend, „draußen staut sich ja schon der Freitagsverkehr“ wird gerade gerufen, zumindest einen neuen Ohrwurm zum Besingen der Flure hat sie nun. Bleibt noch die Frage, warum der erste Mai „Tag der Arbeit“ und nicht „Tag des Generalstreiks“ heisst. Aber das ist vielleicht was für einen anderen Tag.


Räusper

Kurzer Schock beim Ersuchen der winterlichen Standardablenkung fernab der auch gern besuchten hiesigen Stadtbäder: Handelt es sich hier um eine christlich-fundamentalistische Saunalandschaft, die nur den Mann mit der Frau, und wirklich nur den Mann mit der Frau, zusammen schwitzen sehen mag? Deren futzeliges „Großes Außen-Schwimmbecken“ auf dem Webseitenfoto ernsthaft durch schlimme Formbetonkübel verdeckt zu werden sucht? Und was, wenn Sie keinen Hausarzt, sondern eine Hausärztin haben, die Ihnen grünes Licht zum Saunabesuch gibt? Und ist die „Arkaya-Deepa Körpermassage“ eigentlich auch „kosmetisch“ wie die in Zeilen drüber angepriesene Rücken- und Körpermassage, oder doch einfach nur wicked crazy „indisch“? Ah no thanks, ich glaub, da wär’s schwierig mit der Entspannung. Weitersuchen.


Oh je

Großes habe ich versprochen, eine neue Blogsaison gar, aber in Wirklichkeit komme ich gar nicht mehr zum Inhalte einfüllen in den Yeahpope’schen Betonmixer. Woran es liegen mag? Abfliegen aus der akademischen Welt? Neue Ausdrucksformen über andere Medien? Abgegessensein von anonymen On-Screen-Diskussionen und damit oft einhergehender schlimmster Besserwisserei? Die Arbeit? I woaß net, ein Konglomerat von allem zusammen ist’s wohl. Jetzt gibt’s also grad nur viele alten Sachen auf Eis, und wenn’s mich hin und wieder mal so rischtisch packt, dann hau‘ ich hier noch was neues rein. Ansonsten aber erstmal Tschüss.

Crash Boom Bang


Habe länger drüber nachgedacht, wie ich obiges Video und folgenden Text sinnvoll in Beziehung setzen kann, mir ist aber nichts eingefallen als lautes Lachen: Elfriede Jelinek zum aktuellen Zustand des weltbeliebtesten Almdudlers.

Credits zum Video: „the second of three feminist adverts by sol haring and anita moerth, 2005, world premiere: cornerhouse manchester, July 2005″. Die beiden sind manchen vielleicht auch als zwei Drittel der Spitzenband Supernachmittag bekannt.

Schmackofatz

Stereolab is back in town. Nun ists so weit, nach über zwei Jahren gibt es wieder ein Album und vor allem ein Konzert in Berlin: Am 14. November im Maria am Ostbahnhof. Tickets kosten so um die 20€. I just wanted to say: Yee-haw!

Es wird kalt

Gerade ruft die Kollegin vom Flur herein: „Heut noch siebzehn Grad, aber morgen – ai-jai-jai! – da gehts runter, da ist dann wieder alles vorbei!“ Und ich denke mir „..oder fängt an!“. War doch auch die letzten Jahre schon so, dass Blogschreiben im Winter irgendwie attraktiver erschien und sich die Aufrufzahlen von zehn auf dreißig Hits pro Tag hochgeschraubt haben. Da logge ich mich also mal wieder ein, und schon hab ich zwei Kommentare in der Moderationsschlange. Wahnsinn!

Leider allerdings gibt’s für die Yeahpope’sche feministische Analyse erstmal nur Kopfnüsse statt schlauer Diskussion. Eins, zwei. Kommentateur Nummer Eins empfiehlt mir, ob der Beschwerde über einen sexistisch beschrifteten Soundkartentreiber, fortan nur noch von Frauen geschriebene Treiber zu benützen und einfach mal die Klappe zu halten. Weil die Treiberbeschriftung ja eh nur ironisch und somit auch unglaublich witzig gemeint war.

Ich lache kurz: Ha ha. Spitzenidee!

Kommentateur Zwei studiert Soziologie und liest viele Bücher. Und hat rausgefunden, dass es irgendwo doch das Wort „depriviert“ gibt. Und dass der lieben Eva Hermanns Thesen doch mal tieferes Nachdenken verdient haben.

Ich denke tief nach. Jetzt.

Und finde da unten, im Abgrund der Denkenden, einen stinkenden Kanal, zwei Dönerservietten und ein zerissenes Micky-Mouse-Shirt. Aber meine Antwort an beide ändert sich dadurch keinen Deut: Es geht um die Strukturen!

Nur Treiber von Frauen zu nutzen wäre zwar auch mal ne nette Idee aber ob der Demographie im Berufsfeld Softwareentwicklung im weitesten Sinne eher unsinnig. Und das habe ich auch nie gefordert. Nur, dass die dummen sexistischen Witze aufhören. Und „das Patriarchat“ hab ich nicht herbeizitiert, sondern die irgendwie zu platte Kritik daran wird mir von Kommentateur Eins untergeschoben, um mich möglicherweise als „ey voll old school“-Feministin zu delegitimieren. Aber so einfach isses nicht. Ich miaue, weil ich mich für IT-Fragen interessiere, in diesem Gebiet arbeite, und bemerke, dass es in der Branche verdammt noch mal einfach fast keine Frauen und Nicht-Typen gibt. Außer in der Office-User-Betreeung, da ist die mütterliche Schiene ja doch ganz gern gesehen, aber bei den technix.. nada. Wenn „Macho“ wüsste, wie oft ich schon dumme Sprüche mitgekriegt habe. Und wie fast jedes Mal ein „ironisch… blabla… haha, is ja nur ein Witz, höhö….“ hinterhergeschoben wird. Eigentlich habe gar keinen großen Bock, für „Frauen in der IT-Branche“ im Allgemeinen zu sprechen, mich nerven aber „Frauen und Technik“-Witzeleien persönlich und ich hab nur noch wenig Geduld, meine Zeit diesem ewigen Kämpfen gegen Vorurteile zu verbringen.

Strukturen, hatte ich oben gesagt, nicht? Warum halten alle so sehr dran fest, dass Frauen nur das Eine, und Männer nur das angeblich komplett Entgegengesetzte können? Es gibt genug Leute, die auf diese simplen Entweder-oder-Geschichten keine Lust mehr haben, deswegen werde ich mein Klapperl halt nicht halten. Eva Hermann gehört da übrigens mit ihren Träumereien von der starken Jägerschulter eher nicht zu den radikalen Vordenker_innen alternativer Entwürfe, weswegen ich auch beim tieferen Sinnieren über ihre epischen Texte einfach zu keinen neuen Schlüssen komme werde.

Da halt ich es gern mit einer Stickerkampagne der sozialistischen Jugend aus Österreich („Ich muss gar nichts“): Bei „Frisieren“ denke ich zuerst an Motoren!

yeah

Kinners, der Herbst ist da, meine Blogsaison ist wieder eröffnet!

PS: Heute kommt die erste Ausgabe vom Missy Magazine raus. Das Inhaltsverzeichnis liest sich spannend – mal schauen, ob ich später eine Ausgabe in der Zeitschriftenhandlung meines Vertrauens auffinden kann!

Nur eines

Hallo taz, nehmt ihr jetzt eigentlich jeden Artikel, der euch zu „irgendwas mit gender“ angeboten wird? Auch wenn’s einfach nur sexistisch und transphob dahergalloppiert kommt? Ay, ay, ay, für ne Satire ists wirklich zu schlecht: klicke hier für das Grauen. Oder aber ignoriere die taz, nachdem du einen sinnvollen comment unter dem Artikel hinterlassen hast und dann schaue dir folgendes Video an, das viel angenehmer ist und ohne Bashing auskommt:


[Athens Boys Choir – Fagette]

Jetzt neu!

Ein Superangebot, da kommen Sie nicht dran vorbei, werte Damen, Herren und Unspezifische: http://geschlechterverhaeltnisse.blogsport.de/. Ein Weblog zu Gender und Web2.0, begleitend zu einem Seminar an der Technischen Uni Hamburg. Und gleich noch ein paar Comment-Reaktionen darauf, hier bei Unkultur.

Einmal Mainstream bitte.

Ganz ernsthaft. Voten, voten, voten! http://www.mtv.de/trl/voting/5